Dein PC für VR: Ratgeber

PC für VRDer Prototyp unter den Virtual Reality Headsets ist die Oculus Rift, denn das Unternehmen Oculus VR, das 2014 für 2 Milliarden US-Dollar von Facebook aufgekauft wurde, hatte zuerst mit der Entwicklung eines VR Headsets begonnen.

Auch bekannte Entwickler, wie Programmiererlegende John Carmack, einer der Gründer von id Software und Schöpfer von bekannten Titeln wie den Spielereihen Doom und Quake, beteiligten sich an der im Jahr 2012 begonnenen Entwicklung.

Doch auch HTC und Microsoft haben inzwischen eigene VR Headsets entwickelt. HTC brachte seine Vive im April 2016, drei Monate nach der Einführung der Oculus Rift auf den Markt. Microsoft entwickelte sein eigenes Design für VR Headsets, das seit Ende 2017 von den Herstellern Acer, Dell, HP, Lenovo und Medion gebaut und verkauft wird.

Im folgenden Beitrag zeigen wir, was dein PC für VR alles mitbringen sollte.


Anforderungen für alle Headsets: Übersicht

Für alle Headsets empfiehlt sich eine freie Fläche von ca. drei mal zwei Metern, denn im Sitzen kannst du Spiele und Simulationen nur eingeschränkt genießen.

Auch solltest du dir ein Set zur Aufhängung des Kabels des Headsets an der Decke anschaffen, damit das Kabel nicht im Weg ist, wenn du dich frei im Raum bewegst. Denn kabellose Übertragung der Signale gibt es bisher noch für keines der Headsets, abgesehen von der neuen Vive Pro von HTC, für die es einen Wireless Adapter gibt. Wurden Spiele anfangs noch nur für die Oculus Rift oder für die HTC Vive oder für beide entwickelt, hat Steam, der größte Anbieter von VR Games, ein Interface für Windows Mixed Reality geschaffen. Für dieses Interface namens „Mixed Reality for Steam“ ist kürzlich ein Update erschienen, das Verbesserungen bringt und sehr stabil läuft. Dadurch sind auf Steam sehr viele Spiele für Mixed Reality verfügbar geworden.

Angesichts des bisher niedrigsten Marktpreises bietet Windows Mixed Reality damit das beste Preis-Leistungsverhältnis. Viele VR Inhalte auf Steam sind auch für Oculus Rift und HTC Vive verfügbar, darunter einige auch kostenlos.

Egal für welches VR Headset du dich entscheidest, wir zeigen dir, welche Anforderungen das jeweilige Headset an deinen PC stellt.

PC für VR: Systemanforderungen für Oculus Rift

Für den aktuellen Core 2.0 von Oculus benötigst du Windows 10 als Betriebssystem.

Oculus Rift MindestanforderungAls Mindestanforderungen an die Hardware deines PC sieht Oculus als Prozessor einen Intel i3-6100 mit zwei Kernen und 3,70 GHz Taktfrequenz (oder einen AMD FX-4350 mit vier Kernen und 4,30 GHz) und als Grafikkarte eine Nvidia Geforce GTX 1050 Ti (oder eine AMD RX 470) vor, empfohlen werden von Oculus jedoch ein Intel i5-4590 mit vier Kernen und 3,30 GHz (oder ein AMD Ryzen 5 1500X mit vier Kernen und 3,70 GHz) und eine Nvidia Geforce GTX 1060 (oder eine AMD RX 480), wobei die Prozessoren von Intel traditionell leistungsstärker sind.

Da einige neuere Spiele bereits eine GeForce GTX 1070 oder sogar 1080 erfordern, empfehlen wir bei einem Neukauf eine GeForce GTX 1070 Ti oder, wenn der Preisunterschied nicht mehr hoch sein sollte, eine GeForce GTX 1080 bzw. 1080 Ti.

Die neue GeForce GTX 2080 hat ein eher schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis und bietet keine besonders fortschrittlichen Innovationen. Als Prozessor empfehlen wir dir den Intel i7-8800k mit sechs Kernen und 3,70 GHz. Diese CPU bietet für ihren Preis eine sehr gute Leistung und ein solches System ist zukunftssicher, auch wenn du später mal die Grafikkarte tauschen solltest.

An Arbeitsspeicher sollten mindestens 8 GB vorhanden sein. In jedem Fall musst du darauf achten, dass dein System außer einem HDMI 1.3 Port oder neuer mindestens einen freien Anschluss für USB 3.0 und zwei Anschlüsse für USB 2.0 hat, sonst kannst du die Oculus Rift nicht anschließen. Empfohlen werden von Oculus drei Anschlüsse für USB 3.0 und einer für USB 2.0.

Wenn dein System bisher nicht genug Anschlüsse bietet, kannst du prüfen, ob dein Mainboard einen freien Port hat, an dem du ein zusätzliches USB-Bracket anschließen kannst. Das ist eine Metallschiene mit USB-Anschlüssen, die du in das Gehäuse deines PC einbaust. An den Wänden musst du die Bewegungssensoren aufhängen können und benötigst dort also freien Platz.

Wenn du einen neuen PC nicht selber zusammenbauen willst und bereit bist, einen Aufpreis zu zahlen, kannst du dir auch einen fertigen PC bestellen, der für die Nutzung der Oculus Rift geeignet ist. Auf der Website von Oculus werden mehrere Komplett-PCs mit dem Label „Oculus Ready“ angeboten.

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PC für VR: Systemanforderungen für HTC Vive

HTC stellt für seine Vive folgende Anforderungen an deine Hardware: Mindestens benötigst du einen Intel Core i5-4590 mit vier Kernen und 3,30 GHz (oder einen AMD FX 8350 mit 8 Kernen und 4,20 GHz) und eine Nvidia Geforce GTX 1060 (oder eine AMD Radeon RX 480)

An Arbeitsspeicher sollten mindestens vier GB vorhanden sein.

Für den Videoanschluss der Vive benötigst du einen HDMI 1.4 Port oder neuer oder einen DisplayPort 1.2 oder neuer, außerdem einen USB 2.0 Anschluss. du benötigst mindestens Windows 7.

Für die neue Vive Pro, die statt 1080 x 1200 Pixeln eine Auflösung von 2880 x 1600 Pixeln liefert, empfiehlt HTC mindestens die gleichen Prozessoren wie bei der Vive. Eine Geforce GTX 1060 (oder eine AMD Radeon RX 480) stellt hier die Mindestanforderung dar, HTC empfiehlt aber mindestens eine GeForce GTX 1070/Quadro P5000 (oder eine AMD Radeon Vega 56). Hier gelten ebenfalls vier GB Arbeitsspeicher als Mindestanforderung. Für den Videoanschluss benötigst du einen DisplayPort 1.2 oder neuer, außerdem einen USB 3.0 Anschluss. Windows wird ab der Version 8.1 empfohlen.

Genauso wie bei Oculus werden auch auf der Website von HTC mehrere Komplett-PCs mit dem Label „Vive Ready“ angeboten.

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Windows Mixed Reality

Ein neuer Player im VR-Bereich

Das Design von Microsoft nennt sich Mixed Reality, dies begründen die Entwickler damit, dass bei den aktuellen VR Headsets auch Aspekte der realen Welt eine Rolle spielen, wie zum Beispiel die Position des Headsets im realen Raum und die Bewegungen der Controller, die man in der Hand hält. Daher würden diese Headsets eine gemischte Realität erzeugen und keine echte virtuelle Realität, wie einst unter anderem in der bekannten Romantrilogie „Neuromancer“ von William Gibson beschrieben, die bereits ab 1984 erschienen ist. Im Gegensatz zu der Oculus Rift und der HTC Vive kommt Windows Mixed Reality ohne externe Sensoren aus, die in bestimmten Abständen an den Wänden angebracht werden müssen. Mixed Reality Headsets haben zwei eingebaute Schwarzweißkameras, die selber die Position des Headsets und der Controller bestimmen. Diese Aufgabe muss dann nicht von Wandsensoren übernommen werden. Auch kann man das Mixed Reality Headset als einziges hochklappen, wenn man sich im realen Raum kurz orientieren möchte. Zusätzlich bietet ein Mixed Reality Headset auch einen Kopfhörerausgang an der Brille.

Systemanforderungen Windows Mixed Reality

Auch Mixed Reality benötigt Windows 10, mindestens mit dem „Fall Creators“ Update.Microsoft empfiehlt für den Modus „Mixed Reality“ mindestens eine mobile CPU Intel Core i5 7200U mit zwei Kernen und 2,50 GHZ (oder einen AMD Ryzen 5 1400 mit vier Kernen und 3,40 GHz) und einen integrierten Grafikchip Intel HD Graphics 620 oder eine Nvidia MX150 oder Geforce GTX 1050 oder Nvidia 965M (oder eine AMD Radeon RX 460/560), außerdem mindestens acht GB Arbeitsspeicher und einen HDMI 1.4 oder DisplayPort 1.2 Anschluss, sowie einen USB 3.0 Port.

Mehr Spaß wirst du jedoch mit dem Modus „Mixed Reality Ultra“ haben, für den Microsoft mindestens einen i5-4590 (oder einen AMD Ryzen 5 1400) und eine Geforce GTX 1060 (oder eine AMD Radeon RX 470/570) empfiehlt.

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